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Otto-Schott-Institut für Materialforschung

Willkommen am OSIM!
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Foto: CSI/FSU

Das "Otto-Schott-Institut für Material­forschung" (OSIM) ist ein fakultäts­über­grei­fen­des Institut der Physi­kalisch-Astro­nomi­schen Fakultät und der Chemisch-Geowissen­schaft­lichen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Im Fokus unserer Forschung steht die Korrelation zwischen Struktur und Eigenschaft unterschiedlicher Werkstoffklassen als Funktion ihrer Synthese- und Einsatzbedingungen, wobei der Werkstoff Glas einen besonderen Schwerpunkt darstellt. Die so gewonnenen Erkenntnisse fließen unter Verwendung neuer Methoden der Materialcharakterisierung ein in das Design neuer Werkstoffe und die Herstellung maßgeschneiderter Bauteile und Produkte.

Forschungsthemen beinhalten:

  • Gläser und Glaskeramiken
  • Keramische Werkstoffe
  • Metalle und Legierungen
  • Polymere und Verbundwerkstoffe
  • Nanostrukturierte Materialien und Oberflächen
  • Werkstoffe für die Optik
  • Biomaterialien
  • Materialien für die Energie- und Umwelttechnik
  • Materialbearbeitung mit Lasern
  • Modellierung und Simulationen

Die Mitarbeiter des Otto-Schott-Instituts für Materialforschung trauern um Prof. Dr. Dr. h.c. Markus Rettenmayr.

Prof. Dr. Dr. h.c. Markus Rettenmayr Prof. Dr. Dr. h.c. Markus Rettenmayr Foto: MkR Portrait OTZ

Markus Rettenmayr ist am 7. Mai 2022 in Jena nach schwerer Krankheit viel zu früh verstorben.

Markus Rettenmayr stammte aus Schwäbisch Gmünd. An der Universität Stuttgart begann er das Studium der Metallkunde, welches er im Jahre 1987 als Diplom-Ingenieur abschloss. Nach dem Studium zog es ihn in die Schweiz, an die École Polytechnique Fédérale de Lausanne. Bei Michel Rappaz lernte er die Feinheiten der numerischen Simulation. Im Jahr 1991, schloss er seine Promotion zum Thema „Numerisches Modell zur Beschreibung der Mikroseigerung in ternären Legierungen“ an der Universität Stuttgart bei Hans-Eckart Exner mit dem Abschluss als Dr. rer. nat. ab. Anschließend setzte er seine Forschung in den USA als Postdoc bei Martin E. Glicksman am Rensselaer Polytechnic Institute fort. Dort beschäftigte er sich u.a. mit der präzisen kalorimetrischen Messung von Phasenübergängen. Nach zwei Jahren in den USA folgte Markus Rettenmayr Hans-Eckart Exner an die TU Darmstadt, wo er eine Gruppe leitete, die sich experimentell und theoretisch mit Erstarrung in metallischen Legierungen beschäftigte. Er wurde im Jahr 2000 mit seiner Arbeit zu „Evolution of Microstructure and Segregation During Liquid/Solid Phase Transitions“ habilitiert und erhielt die Venia Legendi für das Fach Materialwissenschaft. Im Jahr 2004 nahm er einen Ruf der Friedrich-Schiller-Universität Jena an und übernahm als Universitätsprofessor die Professur für Metallische Werkstoffe. Als versierter Forscher beschäftigte er sich u.a. mit Erstarrungsprozessen, Phasenumwandlungen, Legierungsentwicklung und Oxidationsphänomenen. Die Studierenden schätzten ihn als engagierter Hochschullehrer und würdigten ihn im Jahr 2010 und 2020 jeweils mit dem Lehrpreis der Fachschaft. Einen Ruf als Universitätsprofessor an das Karlsruher Institut für Technologie lehnte er im Jahr 2013 ab und übernahm an der Universität Jena als Universitätsprofessor den Lehrstuhl für Metallische Werkstoffe. Im gleichen Jahr wurde er erster Direkter des neugegründeten Otto-Schott-Instituts für Materialforschung. Sein Umgang mit Kollegen und Mitarbeitern war immer vorbildlich und von Feingefühl geprägt. So übernahm er an der Universität Jena auch die Leitung des Gremiums für gute wissenschaftliche Praxis und war selbst über Jahre als Ombudsmann tätig.

Für seine Arbeit als Wissenschaftler und Hochschullehrer wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Georg-Sachs-Preis der DGM, dem Roland-Mitsche-Preis und der Ehrendoktorwürde der Universität Miskolc, Ungarn.

Markus Rettenmayr war ein kreativer und produktiver Wissenschaftler, dem auch das Wohlergehen der Menschen in seinem Umfeld immer am Herzen lag. Als scharfer Analytiker hat er sich immer lösungsorientiert und pragmatisch für das große Ganze eingesetzt.

Mit seinem regen Geist und seinen feinfühligen Humor hat er es verstanden, jede Runde größer und bunter werden zu lassen. Wir vermissen ihn sehr.

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Institutsdirektor, Vertreter der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät

Lothar Wondraczek, Univ.-Prof. Dr.
Prof. Dr.-Ing. Lothar Wondraczek
Raum O104
Fraunhoferstraße 6
07743 Jena
Otto-Schott-Institut für Materialforschung - Standort Löbdergraben
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